(M)EIN BEITRAG ZUM GEMEINWOHL: DIE GWÖ-BILANZ

Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen und des Klimawandels frage ich mich oft: Welche Handlungsfelder liegen eigentlich in meinem Verantwortungsbereich? Welchen Betrag leiste ich als Unternehmerin? Was kann ich direkt beeinflussen?

GESUCHT UND GEFUNDEN

Anfang 2018 lernte ich die Gemeinwohlökonomie kennen, deren Bilanzierungssystem die ökonomische Praxis reflektiert und im Sinne von sozial- und ökologisch verantwortlichem Handeln weiterentwickelt. Ganz konkret, ganz praktisch und mit nachhaltiger Wirkung.

Innerhalb der Regionalgruppe Bremen fand ich schnell gelichgesinnte Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich ebenfalls auf den Weg gemacht haben, ihre Organisation gemeinwohlökologisch aufzustellen.

Bei der Reflexion des persönlichen unternehmerischen Handelns stehen Fragen nach dem Sinn bzw. Zweck einer Organisation im Zentrum – auch jenseits der Profitabilität, die ganz klar als Mittel und nicht als Zweck eines Unternehmens verstanden werden.

Das ist auch der Grund, warum GWÖ-Initiator Christian Felber seine Vorträge hierzu gerne mit einem Kopfstand eröffnet – ein Sinnbild dafür, dass es gilt, das auf den Kopf gestellte Missverhältnis von Mittel und Zweck wieder zu drehen und Unternehmen danach zu bewerten, inwieweit der erwirtschaftete Mehrwert das Gemeinwohl fördert – übrigens ein Ansatz, der in der bayrischen Landesverfassung schon lange verankert ist.

Werte wie soziale Gerechtigkeit und Solidarität werden ebenso berücksichtigt wie Nachhaltigkeit und Mitbestimmung. Die sogenannte GWÖ-Matrix gibt hierzu verschiedene Themenfelder vor. Diese sind mit einem Punktesystem bewertet. Beispielsweise werden Zulieferer nach ökologisch und sozialen Gesichtspunkten betrachtet und auch die Transparenz innerhalb des Unternehmens bewertet.

DAS ERGEBNIS

Also gründeten wir eine Peergroup, die das gemeinsame Ziel einigte, unsere jeweiligen Unternehmen nach GWÖ-Maßstäben bilanzieren zu lassen, besonders, um die hierfür notwenigen Veränderungen intern umzusetzen oder auf den Weg zu bringen.

Die vorliegende GWÖ-Bilanz beinhaltet die einjährige Recherche sowie Selbst- und Gruppenreflexion. Anhand vorgegebener Kriterien und mithilfe vieler Anregungen aus der Peergroup konnten schon während dieser Zeit konkrete Veränderungen im eigenen Unternehmen umgesetzt werden.

Der persönliche Austausch innerhalb einer Peergroup in der GWÖ-Regionalgruppe Bremen ermöglicht kritisches Hinterfragen und fördert den praktischen Erfahrungsaustausch im Kreis der Unternehmerinnen und Unternehmer. Konkrete Verbesserungsmöglichkeiten werden auf diesem Weg leicht(er) umsetzbar und es wird erkennbar, dass gemeinwohlorientiertes Verhalten als Privatperson und Unternehmerin sehr wohl umsetzbar ist.

Am Ende der Bilanzierung steht ein aussagekräftiges Testat, eine Art Wasserstandsmeldung, wie gemeinwohlorientiert kv&p Unternehmensberatung bereits unterwegs ist. Und, um das schon mal vorwegzunehmen – wir stehen schon ziemlich gut da. Und natürlich gibt es noch viel Luft nach oben 😊

Darüber hinaus gibt es viele Erkenntnisse, wie ich persönlich einen Beitrag leisten kann und die gefestigte Überzeugung, dass die Gemeinwohlökonomie eine Bewegung ist, die ich auch als Unternehmerin weiterhin fördern werde.

Alles in allem war der Bilanzierungsprozess gleichwohl zeitintensiv und gehaltvoll. Wer sich den Bilanzierungsbericht ansehen möchte, ist herzlich eingeladen, in ihm zu schmökern:

GWÖ_BILANZ_kv&p

Und hier gibt es weiterführende Informationen zum Thema Gemeinwohlökonomie:

GWÖ – Die Gemeinwohl-Ökonomie (ecogood.org)

Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) erklärt – YouTube

 

 

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